Janus 2010

Janus, der Doppelköpfige. Nach jenem Gott, dem alle Anfänge heilig sind, ist auch der Monat Januar benannt.

Und nun meine lieben Leser, gehen wir durchs Tor der Zeit und nehmen mit, was uns gut tut, und was nicht, lassen wir ohne Reue zurück …

Die Weisen Inder der Vorzeit künden vom Wechselgesang gewaltiger Schöpfungs-Kreise: aus der brütenden kosmischen Nacht Pralaya, da alles Geschaffene verschwunden ist und ein trächtiges Nichtsein die uferlosen Weiten durchwaltet, gebiert sich allmählich der neue Weltentag hervor, Manvantara, die ebenfalls uferlose Ausbreitung der Gestaltenfülle unzähliger Welten und Wesen, von den fernsten blassen Spiralnebeln am Himmelsrande bis ins winzigste Gewimmle des Wassertropfens. Dies ist keineswegs ein abstraktes steriles Nichts: ohne die Heimkehr in die archaische, ursprüngliche Null-Dimensionalität, der Überwirklichkeit des Tiefschlafs, in jene schöpferische Indifferenz, wäre das Heraufdämmern des kommenden Schöpfungsmorgens unmöglich. Dieser Morgen ist eine Darstellung dessen, was die Allheit träumte, als sie bei sich selber im Unbegreiflichen zu Hause war, sieben Ewigkeiten lang …

Vorbei ist die Zeit als uns der Frost noch Farne, Moose, Blumen und Flechtenteppiche auf die Scheiben zeichnete, wie als träume die Natur vom nächsten Sommer – keine Botschaft vom eisigen Tod ist es, sondern die Inbeschlagnahme des Lebensfeindlichen, des Frostes und der Erstarrung durch die Allmacht des Lebendigen … “Wir heißen euch hoffen!” sangen die “Stimmen der Meister” durch diese frostigen, eisblumenbestickten Januar-Fenster.

Janus a. Wikipedia

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