Sybillengesang

06. März 2010

In tiefen Wäldern, in dunklen Höhlen oder an wilden Bächen lebten im alten Griechenland die Sibyllen, weissagende Frauen, die ihren Aktivitäten unabhängig von Tempeln und Priestern nachgingen. Die Ältste, so die Überlieferung, hieß  Herofilea, und man schrieb ihr eine gewisse Verwandtschaft mit Apoll zu, obgleich sie für andere wiederum die Tochter eines Fischers – und einer Nymphe war.

Zwischen den Städten Marpessos und Erythrai, beide in Kleinasien, entbrannte einst Streit darüber, welche von beiden Herofileas Geburtsstätte war. Erythrai gewann den Streit, und ihr Name ging mit dem der ersten Sibylle in die Geschichte ein. Etymologisch betrachtet, bedeutet der Name Sibylle, so vermutet man aufgrund ihrer weissagenden Fähigkeiten, “weise Frau”. Wie dem auch sei, stellte sich bald heraus, dass sich die Zahl der Sibyllen rasch vermehrte. So soll es zuletzt zehn Sibyllen gegeben haben, und zwar die persische, die lydische, die Sibyllen von Delphi, Cimeria, Erythrai, Samos und Cumae, die Sibylle vom Helespont, die Frigia und die Sibylle von Tibur.

Sybille von Michelangelo

Dort heißt es auch, dass die Sibylle von Cumae eines Tages Lucius Tarquinius Superbus, dem Hochmütigen, dem letzten König von Rom (534- 510 v. Chr.) neun Bücher feilbot, die die Weissagungen der Sibylle von Erythrai enthielten. Sie verlangte dafür 300 Goldstücke, was dem Tarquinius übertrieben erschien. Daraufhin verbrannte die Sibylle vor seinen Augen drei der Bücher und verlangte für die sechs verbliebenen wieder den Preis, den sie zuvor für alle neun verlangt hatte. Auf den Spott des Monarchen hin verbrannte sie drei weitere Bücher und verlangte für die drei letzten wiederum den erstgenannten Preis. Tarquinius erwarb sie schließlich und nahm sie mit nach Rom, wo sie im Kapitol aufbewahrt wurden, was für die endgültige Anerkennung und das Ansehen der Sibyllen von entscheidender Bedeutung war.

Video von Arkis

Mond

02. März 2010

Der Tag      Die Kämpfe      Das Leben

lächelnd   gibt

Die Nacht      Der Zärtlichkeit      Das Zepter

L.E.

Bilder der Alchemie II

22. Februar 2010

Aus dem Tod entsteht neues Leben. Während der Leib unten liegen bleibt, steigt der flüchtige Bestandteil auf, so wie die menschliche Seele den Körper verlässt, wenn der Tod sie freigibt.

Keine Zeugung ohne Verwesung; kein Leben ohne Tod. Die Schwärze der Verwesung muss dem Weiß vorausgehen, so wie die Nacht dem Tag vorausgeht.